Menstruation am Arbeitsplatz ‚Äď wie das KRF damit umgeht

 

‚ÄúSchatz, jetzt bist du erwachsen, jetzt bist du eine Frau.‚ÄĚ So oder so √§hnlich kommentieren Eltern weltweit die erste Menstruation ihres¬†Kindes.¬†Biologisch¬†gesehen ist allerdings erstmal Folgendes geschehen: Der K√∂rper des menstruierenden Kindes hat begonnen¬†Hormone zu produzieren, die daf√ľr sorgen, dass eine Eireifung stattfindet. Parallel zur Eireifung wird in der Geb√§rmutter Schleimhaut zur Einnistung eines befruchteten Eies aufgebaut. Tritt keine Schwangerschaft ein, d.h. wird das Ei nicht befruchtet, l√∂st sich die aufgebaute Geb√§rmutterschleimhaut ab und wird zusammen mit Blut aus der¬†Scheide¬†ausgesto√üen. Es kommt zur Periode, auch Menstruation oder Monatsblutung genannt.¬†Die erste¬†Menstruation¬†bedeutet also, dass bereits ein Eisprung stattgefunden hat und ist somit ein Zeichen, dass¬†das menstruierende Kind¬†nun geschlechtsreif ist und schwanger werden kann.¬†Auch, wenn in vielen L√§ndern diese Geschlechtsreife das Erwachsenwerden charakterisiert, gilt nach der UN-Kinderrechtskonvention, dass Kinder alle Menschen sind, die das 18.Lebensjahr noch nicht abgeschlossen haben, soweit die Vollj√§hrigkeit nach dem auf das Kind anzuwendenden Recht¬†nicht fr√ľher eintritt.¬†Statistisch gesehen findet die erste Menstruation zwischen dem 9. und 16.¬†Lebensjahr statt¬†und¬†ist somit ein Thema, welches Kinder stark betrifft.¬†Der Umgang¬†mit diesem Thema stellt f√ľr viele Kinder eine pr√§gende Erfahrung dar, die das gesamte weitere Leben¬†beeinflussen kann.¬†

Wir als KRF¬†sind uns √ľber die Relevanz dieses Themas¬†bewusst und m√∂chte uns dem widmen.¬†Insbesondere vor dem Hintergrund der Art.¬†2: Achtung der Kindesrechte; Diskriminierungsverbot,¬†Art.13: Meinungs- und Informationsfreiheit,¬†Art. 24: Gesundheitsvorsorge und Art. 28: Recht auf Bildung; Schule; Berufsausbildung der¬†UN-Kinderrechtskonvention.¬†

Die Tabuisierung des Themas, wie sie leider in weiten Teilen der Gesellschaft immer noch vorherrscht, darf in keinem Fall auf die n√§chsten Generationen √ľbertragen werden.¬†Wir setzen uns ein f√ľr eine offene Kommunikation und Aufkl√§rung.¬†Wir¬†als Gesellschaft¬†m√ľssen¬†√ľber die Phasen des¬†Zyklus, √ľber Menstruationsprodukte¬†und Nachhaltigkeit, √ľber¬†Ungerechtigkeiten, √ľber Schmerzen und √ľber den Umgang mit der Menstruation¬†in Gemeinschaften, Unternehmen und Institutionen¬†sprechen.¬†

Das KRF¬†m√∂chte f√ľr seine Mitarbeiter*innen eine offene und wertsch√§tzende Umgebung am Arbeitsplatz schaffen.¬†Dazu geh√∂rt auch der Umgang mit dem Thema Menstruation.¬†Jeder¬†kann¬†sein aktuelles Befinden offen kommunizieren und hat die Chance bei Beschwerden¬†oder Unwohlsein¬†jeglicher¬†Art spontan ins Homeoffice zu wechseln.¬†Des Weiteren stellt das KRF in seinen R√§umlichkeiten kostenlose Menstruationsprodukte, sowie W√§rmflaschen und Tee bereit.¬†Au√üerdem¬†¬†ist¬†es¬†wichtig zu betonen, dass es¬†selbstverst√§ndlich¬†auch m√∂glich¬†ist,¬†bei Schmerzen w√§hrend der Menstruation eine Arbeitsunf√§higkeitsbescheinigung¬†zu erhalten.¬†Die Periode und die damit verbundenen Symptome k√∂nnen die Arbeitsf√§higkeit deutlich beeinflussen und menstruierende Personen¬†m√ľssen¬†sich nicht mit Schmerzen am Arbeitsplatz qu√§len.¬†

In keinem Fall sind menstruierende Personen im Allgemeinen weniger leistungsfähig. Leistungsschwankungen sind normal. Sei es wegen psychischer Probleme, chronischer Krankheiten oder aufgrund der Tages- oder Jahreszeit.  

 

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