Am Samstag, den 31. Januar 2021, haben wir unseren Pilotkurs zum Thema „Keine Raum für Rechte Hetze! – Gegen rechtsextremen Hass im Netz“ durchgeführt.

Dieser fand im Online-Format statt und richtete sich an Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren. Denn leider sind Kinder und Jugendliche in diesem Alter besonders oft Zielgruppe rechtsextremer Akteur*innen im Netz. Sie werden von ihnen gezielt kontaktiert, um die Rechte Ideologie zu verbreiten und darüber im schlimmsten Fall sogar neue Anhänger*innen zu gewinnen. Dem wollen wir entgegenwirken! In unserem Kurs lernen Jugendliche, wie sie Rechten Hass im Netz erkennen und was sie dagegen tun können.

Um 16.00 Uhr treffen wir uns mit den Teilnehmenden auf Zoom. Nach einem kurzen Kennenlernen starten wir auch schon ins Thema. Anhand anschaulicher Beispiele besprechen wir gemeinsam, wie Rechtsextremismus im Netz aussehen kann. Es wird klar, dass Rechte Botschaften online oft eher versteckt hinter schönen Bildern auftauchen. Wir besprechen zunächst die Grundlagen – Was ist Rechtsextremismus ĂĽberhaupt? Welche Gruppierungen und Ideologien gibt es? – und tauschen uns im Anschluss gemeinsam ĂĽber Beispiele rechtsextremer Posts, Memes, Beiträge und Kommentare aus. Rechtes Gedankengut hinterlässt oft ein unangenehmes GefĂĽhl. Wir sprechen ausfĂĽhrlich mit den Teilnehmenden ĂĽber ihre und unsere GefĂĽhle zu den Bildern und setzen uns damit auseinander, was sie in uns auslösen:

„Ich habe ein sehr unwohles Gefühl bei dem Bild.“

„Das ist nicht fair.“

Die Teilnehmenden verstehen sehr schnell, warum die gezeigten Beiträge problematisch und gefährlich sind. So sagt eine Jugendliche zu einem antifeministischen Spruch:

„Ich finde den Spruch sehr kritisch, weil das eine das andere ja nicht ausschließt. Man kann ja feministisch sein und trotzdem eine Familie haben.“

und bringt es damit perfekt auf den Punkt. Generell entsteht ein reger Austausch und wir sind beeindruckt von den Beiträgen der Jugendlichen, die perfekt zusammenfassen, was wir vermitteln wollten:

„Das ist eine sehr einseitige Berichterstattung.“

„Die versuchen Leute auf ihre Seite zu bringen, sie anzulocken. Sie manipulieren Leute mit schrecklichen Nachrichten.“

Nachdem uns nun allen klar ist, wie Rechte Hetze im Netz aussehen kann, geht es darum zu lernen, was man gegen rechtsextremen Hass im Netz tun kann. Hierzu erläutern wir den Teilnehmenden verschiedene Möglichkeiten: von Blockieren und Melden beim Betreiber der Webseite, hin zu Gegenrede und Melden bei externen Meldestellen. Dabei darf eines nicht außer Acht gelassen werden: dass mit dem Einstehen für demokratische Werte und mit dem Aufstehen gegen Rechte Akteur*innen Gefahren einhergehen können. Auch darüber klären wir die Jugendlichen auf und zeigen ihnen Stellen, an die sie sich im Notfall wenden und sich Unterstützung suchen können. Besonders gut kommen bei den Jugendlichen die Hashtags #ichbinhier und #nohatespeech an, die verwendet werden können, um im Kampf gegen Rechts online nicht alleine zu stehen.

„Ich war ja beim letzten Kurs schon dabei und ich finde es sehr gut, dass wir diese Hashtags wie #nohatespeech gezeigt bekommen haben. Der Austausch war toll.“

In einer Gruppenübung können die Teilnehmenden außerdem gemeinsam üben, auf Rechte Kommentare zu antworten. Insgesamt freuen wir uns, über das tolle Feedback und die rege Mitarbeit der Jugendlichen.

„Ich fand den Kurs gut, besonders die Beitrags-Beispiele. Ich habe sehr viel mitnehmen kön-nen.“

„War schön, ich habe was gelernt. Sagt das nächste Mal Bescheid, falls ihr wieder sowas macht.“

Uns wird einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, das Thema Rechtsextremismus im Netz weiter in den Vordergrund zu rücken und mit Kindern und Jugendlichen aufzuarbeiten. Die Gedanken und Meinungen der Jugendlichen sind nicht nur inspirierend, sondern zeigen auch, dass sie bei altersgerechter Auseinandersetzung mit dem Thema, ein tiefes Verständnis zeigen und aktiv werden wollen, wenn sie die Chance dazu bekommen.

Im Rahmen unseres Projektes „Kein Raum für Rechte Hetze! – Gegen rechtsextremen Hass im Netz!” wollen wir im Laufe des Jahres weitere Online Kurse durchführen und freuen uns auf den Austausch mit vielen weiteren tollen jungen Persönlichkeiten.

ĂśBER DAS KRF

Das KRF ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Köln und setzt sich seit 2014 für die Verwirklichung von Kinderrechten ein. Der Fokus liegt dabei auf den Themen Demokratie, Gesellschaft, Nachhaltigkeit und Digitalisierung.  

Verfasserin

Lea Willems  
Fachbereich Programme & Projekte  
Telefon: 0221/999871-14
E-Mail: projekte@kinderrechteforum.org