Nach fast zwei Wochen harter Verhandlungen endete am 13. November 2021 die 26. Weltklimakonferenz in Glasgow. Neben den verhandelnden Vertreter*innen der knapp 200 Staaten nahmen auch ca. 25.000 Delegierte teil, um im Namen von Presse, Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen oder anderen Initiativen die Konferenz zu beobachten.  

 

Im Abschlusspapier der COP 26 (“Conference of the Parties”) halten die Partien nun folgende Ergebnisse fest: Die Weltgemeinschaft bekennt sich zum 1,5-Grad-Ziel, also dem Ziel die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Dafür müssen die Staaten bis 2030 ihre nationalen Klimaziele und die Maßnahmen zur Umsetzung deutlich verschärfen. Diese sollen dann bis 2022 überprüft werden, das sind 3 Jahre früher als zuvor geplant. Insgesamt soll die Staatengemeinschaft die weltweiten Emissionen bis 2030 um insgesamt 45 % reduzieren (im Vergleich zu 2010), damit das 1,5-Grad-Ziel erreicht werden kann. Um dies zu erzielen, soll die Kohleverbrennung massiv reduziert werden und “ineffiziente” Subventionen für fossile Energieträger sollen beendet werden, wobei der Begriff der Ineffizienz nicht genauer erläutert wird. Zudem müssen die Industriestaaten ihrer Zusagen nachkommen jährlich 100 Milliarden US-Dollar für ärmere Länder bereitzustellen, damit Anpassungsmaßnahmen für die Erderwärmung finanziert werden können. Diese Summe soll in Zukunft noch erhöht werden, jedoch werden dazu keine konkreten Zahlen genannt. Alle 197 Staaten sind dazu verpflichtet, über die Umsetzung der Ziele und die konkreten Maßnahmen zu berichten. 

Neben diesen Beschlüssen haben sich 105 Länder darauf geeinigt, den Methanausstoß bis 2030 um ein Drittel zu reduzieren. Zusätzlich haben sich 141 Staaten, welche zuzammen 90 % der weltweiten Wälder ausmachen, darauf verständigt, ihre Wälder mehr zu schützen und den Verlust bis 2030 zu verhindern. Zuletzt wollen 30 Staaten und auch einige Konzerne bis 2040 garantieren, dass nur noch emissionsfreie Autos verkauft werden, wobei die USA, Deutschland und China nicht an diesem Beschluss beteiligt sind.  

Diese ganzen Vorhaben sind natürlich auf den ersten Blick erfreulich, doch was genau steckt eigentlich dahinter? 

Viele Umweltorganisationen sind unzufrieden und kritisieren zum Beispiel, dass der Kohleausstieg nicht weiter konkretisiert wurde. Die Formulierungen sind teilweise sehr vage und bieten mögliche Schlupflöcher. Beispielsweise sollen keine “ineffiziente” Subventionen für fossile Energiegewinnung bereitgestellt werden. Allerdings lässt dieser Begriff viel Spielraum offen, da nicht klar wird, was genau damit gemeint ist. Der UN-Generalsekretärs Antonio Guterres kommt nach der zweiwöchigen Weltklimakonferenz ebenfalls zu einem ernüchternden Fazit und betont, dass die Beschlüsse immer noch nicht ausreichend sind.  

Die Klimakrise steht dabei in einem direkten Zusammenhang mit der Lebensrealität vieler junger Menschen. 

Der „Children’s Climate Risk Index“ CCRI zeigt die alarmierende Situation für viele Kinder im Zuge der Klimakatastrophe weltweit. Demnach sind 240 Millionen Kinder in Küstennähe und 330 Millionen Kinder an Flüssen von Überschwemmungen betroffen. 400 Millionen Kinder erleben starke Wirbelstürme, 600 Millionen Kinder leiden in Hitzewellen und 920 Millionen Kinder mangelt es an einer ausreichenden Wasserversorgung. Außerdem sind rund 1 Milliarde Kinder einer extremen Luftverschmutzung ausgesetzt. Diese Zahlen bereiten Sorgen und verdeutlichen die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels. Die Beschlüsse der Klimakonferenz entscheidet also über die Zukunft von unzähligen Millionen Kindern und jungen Menschen. Solange die Weltgemeinschaft und vor allem die Industriestaaten keine ausreichenden Maßnahmen gegen die Klimakrise ergreifen, sind künftige Generationen am stärksten von den Auswirkungen betroffen. 

ÜBER DAS KRF

Das KRF ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Köln und setzt sich seit 2014 für die Verwirklichung von Kinderrechten ein. Der Fokus liegt dabei auf den Themen Demokratie, Gesellschaft, Nachhaltigkeit und Digitalisierung.  

Verfasserin

Manuela Nothhelfer

Fachbereich Lobbyarbeit  
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