2021 haben wir mit unserer bundesweiten Ombudsstelle rund 250 Fälle bearbeitet und damit deutlich mehr Menschen geholfen als im Vorjahr. Eine große Rolle spielte dabei unser neuer Live-Chat, der in Zeiten der Pandemie besonders relevant wurde. Dies änderte aber nichts an den vielen Anfragen über das Hilfetelefon: In knapp 300 Gesprächen und rund 65 Gesprächsstunden haben wir Lösungen für eine Vielzahl von Problemen gefunden. 

 

Unsere bundesweite Ombudsstelle steht Kindern und Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite und kümmert sich um ihre Sorgen, Ängste und Anliegen. Auch Eltern, pädagogische Fachkräfte oder andere Kontaktpersonen können sich bei uns beraten lassen.

Wieso wir all dies ermöglichen? Da wir aus Erfahrung sagen können: Kinder und Jugendliche haben oft zahlreiche Probleme, mit denen sie sich alleine gelassen fühlen. Oder sie haben niemanden im eigenen Umfeld, dem sie sich anvertrauen möchten. Viele junge Menschen leiden unter psychischen Erkrankungen oder erfahren sogar körperliche und sexualisierte Gewalt. Die gesellschaftliche Stigmatisierung und Tabuisierung dieser Themen müssen dringend angegangen werden, denn oft werden die schmerzlichen Erfahrungen und inneren Konflikte der Betroffenen nicht ernst genommen.

Die Pandemie hat psychische Erkrankungen bei Kindern nur verstärkt 

Besonders bei Kindern und Jugendlichen werden psychische Erkrankungen wie beispielsweise eine Depression oft nur als bloße Stimmungsschwankung abgetan. Offizielle Zahlen zeigen jedoch ein ganz anderes Bild: Laut UNICEF lebt jedes siebte Kind weltweit zwischen zehn und 19 Jahren mit einer diagnostizierten psychischen Störung. Darunter fallen auch immer wieder Verhaltensauffälligkeiten, Angststörungen und Depression – zum Teil so schwer, dass die Betroffenen sie nicht überleben. Bei 15- bis 19-Jährigen gehört Suizid zu den fünf häufigsten Todesursachen. Das sind mehr als alarmierende Zahlen. Die Isolation während der Pandemie und die Zunahme von Armut werden dabei von UNICEF als mögliche Ursachen für die zahlreichen psychischen Erkrankungen angeführt. Auch die vermehrte häusliche Gewalt an Kindern und Jugendlichen kann ein Auslöser sein.

Braucht Deutschland eine Ombudsstelle? Hundertprozentig! 

Dass wir in einem sicheren Land wie Deutschland trotz hohem Bildungs- und Aufklärungsstand noch immer brutale Gewalt an Kindern verzeichnen müssen, ist unentschuldbar. 2020 sind in Deutschland insgesamt 152 Kinder gewaltsam zu Tode gekommen – 115 von ihnen waren zum Zeitpunkt des Todes noch jünger als sechs Jahre. Die Zahl der Misshandlungen von Kindern durch ihre Eltern oder Bezugspersonen ist im selben Jahr um zehn Prozent auf fast 5.000 Fälle gestiegen.  

Zudem wurden fast 20.000 Fälle von Kinderpornografie gemeldet. Dabei findet sexueller Missbrauch häufig genau dort statt, wo man es am allerwenigsten vermuten mag – in der eigenen Familie, in der Nachbarschaft, im Sportverein oder auch im Internet. Denn dort gelingt es den Tätern oft, ihr Vertrauensverhältnis zu den Kindern auszunutzen und mehr und mehr Kontrolle zu erlangen. Für Kinder ist es dadurch jedoch häufig sehr schwer, die Tat überhaupt als solche einzuordnen und sich entsprechende Hilfe zu suchen.

Betroffene oder andere Personen, die Berührungspunkte mit diesen Themenbereichen haben, können sich jederzeit bei unserer Ombudsstelle melden. Unsere Mitarbeiter*innnen sind da, hören zu und helfen gerne!

ÜBER DAS KRF

Das KRF ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Köln und setzt sich seit 2014 für die Verwirklichung von Kinderrechten ein. Der Fokus liegt dabei auf den Themen Demokratie, Gesellschaft, Nachhaltigkeit und Digitalisierung.  

Verfasserin

Manuela Nothhelfer

Fachbereich Lobbyarbeit  
Telefon: 0221/98253-156
E-Mail: projekte@kinderrechteforum.org