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Wahlrecht ab 16 bis 80 – Förderung von politischer Partizipation von Kindern und Jugendlichen

25. August @ 17:00 - 19:00

Kostenlos

Im Rahmen unserer Netzwerkreihe “Gesellschaft Gemeinsam Gestalten” möchten wir uns in der anstehenden Diskussionsrunde dem Wahlrecht ab 16 widmen. 

Das Ziel der Netzwerkreihe besteht darin, einen Dialog zwischen verschiedenen Akteuren aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft zu initiieren, um somit über die Interrelation von Nachhaltigkeit, Unternehmertum und wie diese direkt und indirekt mit Kinderrechten verknüpft sind, zu informieren. Denn Veränderung, Entwicklung und Verbesserung kann nur durch Kooperation, Zusammenarbeit und Austausch geschehen. Somit hat die Netzwerkreihe das Ziel, diesen Austausch durch spannende Diskussionen mit Unternehmen, Expert*innen, Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Politik zu initiieren und zu fördern. 

Thema: Wahlrecht ab 16 bis 80 – Förderung von politischer Partizipation von Kindern und Jugendlichen

Unsere Jugend ist politisch: Bewegungen wie Fridays for Future haben auch in Deutschland gezeigt, wie engagiert Kinder und Jugendliche heutzutage sind – entgegen des ständigen Vorwurfs der Politikverdrossenheit. Wichtige Entscheidungen, die direkte Auswirkungen auf das Leben junger Menschen haben, werden über ihre Köpfe hinweg getroffen.

Gleichzeitig werden politische Krisen und ihre Folgen immer langfristiger: Die konkreten Auswirkungen politischer Entscheidungen sind erst in ferner Zukunft spürbar. Entscheidungen müssen aber jetzt getroffen werden – am besten zusammen mit der jungen Generation. Themen wie z.B. die Klimakrise sind insbesondere für Generationen, die aktuell auf Grund ihres Alters noch kein politisches Mitspracherecht haben relevant. Ihnen wird verwehrt, ihre eigene Zukunft mitzugestalten. Im Gegenzug sind aber sie diejenigen, die von aktuellen Entscheidungen besonders langfristig betroffen sind. Minderjährige haben zu wenige Möglichkeiten, ihre Perspektiven und Bedürfnisse in den politischen Diskurs einzubringen, um an Änderungen mitzuwirken.

Die Senkung des Wahlalters auf Bundesebene wäre eine effektive Lösung, um Jugendlichen eine stärkere Stimme zu geben und um ein demokratisches Gegengewicht – vor allem im Rahmen des demografischen Wandels in Bezug auf die Überalterung der Gesellschaft – zu schaffen. Würden Jugendliche bereits zu den Wählenden gehören, dann gingen Politiker*innen voraussichtlich stärker und früher auf deren Bedenken und Bedürfnisse ein. Dadurch würden junge Menschen besser auf bundespolitischer Ebene vertreten werden.

In einigen Bundesländern ist das aktive Wahlrecht für Kommunal- und Landtagswahlen für Jugendliche bereits ab 16 erlaubt. Leider lassen die Zahlen zur Wahlbeteiligung der jungen Generation bisher zu wünschen übrig. Beispielsweise blieben 2014 die 16- bis 24-Jährigen bei der nordrhein-westfälischen Kommunalwahl unter der durchschnittlichen Wahlbeteiligung.

Daraus lässt sich schlussfolgern, dass die Senkung des Wahlalters alleine nicht reicht. Bundespolitik muss zugänglicher für jüngere Generationen werden. Es scheint, dass Kinder und Jugendliche sich von der Politik – gerade in Zeiten der Pandemie – nicht repräsentiert fühlen. Zudem spielt politische Bildung eine entscheidende Rolle: Jugendlichen kann auf diese Weise besser vermitteln werden, wie Entscheidungsprozesse funktionieren und welche Möglichkeiten des Engagements zur Verfügung stehen, um eine unabhängige und selbstbestimmte eigene Meinung zu bilden.

Allerdings geht die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre manchen nicht weit genug. So fordern einige Kinderrechtler*innen seit Jahren ein Wahlrecht ab der Geburt. Mit der Begründung: Jeder Mensch hat eine Stimme und ein Recht diese jederzeit einzusetzen, um zu partizipieren. Umstritten ist allerdings, wie bei einer solchen Regelung Kinder ihr Wahlrecht effektiv und altersgerecht ausüben können. Ein Vorschlag lautet, in einem sogenannten Familienwahlrecht die jeweiligen Erziehungsberechtigten das Wahlrecht der Kinder ausüben zu lassen. Fraglich ist dabei jedoch, inwiefern entsprechend festgeschriebene Wahlgrundsätze verletzt werden würden und das Kinderwahlrecht zu einem Elternwahlrecht transformiert würde. Jedoch gibt es auch divergierende Ideen. So fordern manche, dass es analog zum Mindestalter ein Höchstalter geben sollte. Konkret würde dies bedeuten, dass Menschen ab einem bestimmten Alter, beispielsweise 80, das Wahlrecht entzogen wird. Vor allem im Hinblick auf den demographischen Wandel sei dies eine adäquate Lösung.

Das Ziel der Netzwerkreihe besteht darin, einen Dialog zwischen verschiedenen Akteur*innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft zu initiieren, gleichzeitig aber auch jungen Menschen eine Plattform zu geben. Das KRF möchte sich über politische Partizipation und Engagement von Jugendlichen austauschen und Ideen sammeln, wie Politik zugänglicher für die junge Generation werden kann. Im Mittelpunkt der Diskussion soll die Frage nach der Senkung des aktiven Wahlrechts auf 16 Jahre stehen.

Dabei ist es dem KRF besonders wichtig, Kindern und Jugendlichen ihre von der Kinderrechtskonvention vorgesehene Partizipation zu ermöglichen: Wie können Kinder und Jugendliche besser erreicht werden? Reicht die Senkung des Wahlalters allein aus? Und wenn nicht, wie kann die Gesellschaft etwas dazu beitragen, für mehr Gerechtigkeit zu sorgen? Die letzte Netzwerkreihe zum Lieferkettengesetz hat gezeigt: Das KRF bietet eine geeignete Plattform, auf der solche Fragen erörtert werden können, um gemeinsame Lösungen zu finden. Wir freuen uns auf eine neue lebendige Diskussion mit vielen Facetten und Blickwinkeln!

Gesamtmoderation:

Üwen Ergün, Geschäftsführer des KRFs (KinderRechteForum):
Seit 2014 berät er neben seinen Aufgaben beim KRF, Ministerien, Regierungen, Kommunen, sonstige politische Organe und Institutionen. Außerdem ist er seit 2019 Themenpate im Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) für das Themenfeld “Junges Engagement”, sowie Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der National Coalition Deutschland, dem Netzwerk der deutschen Kinderrechtsorganisationen zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention.  

Eckdaten:

Wann: 25. August 2021; 17-19 Uhr 

Programm: 

  • 17:00 Uhr: Begrüßung 
  • 17:15 Uhr: Vorstellungsrunde der Diskussionsteilnehmer*innen und erstes Statement
  • 17:30 Uhr: Beginn der Diskussion
  • 18:30 Uhr: Fragen & Antworten
  • 19:00 Uhr: Ende 

Teilnahme: 

Sie interessiert das Thema und sie möchten bei der Diskussionsrunde dabei sein? Dann melden Sie sich am Ende dieser Seite kostenlos an. Im Anschluss erhalten Sie alle weiteren Informationen per E-Mail. Wir freuen uns über eine kleine Spende. 

Die Veranstaltung findet über Zoom statt (als Webinar). Das heißt, alle Teilnehmenden haben die Möglichkeit Fragen zu stellen und somit die Themen in der Diskussionsrunde mitzugestalten und bestimmte Fragen an alle Diskussionsteilnehmer*innen zu stellen.

Wir freuen uns auf viele Zuschauer*innen und spannende Fragen! 

Bei weiteren Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich gerne an:

Robert Moczygemba & Emma Sommer
Lobbyarbeit
Fachbereich Recht & Inhalte
 

Tel.:  +49(0)221/98253-161
E-Mail: lobbyarbeit@kinderrechteforum.org 

Anmeldung

Veranstaltungsort

Digital

Veranstalter

KRF
Telefon:
022199987100
E-Mail:
info@kinderrechteforum.org
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